„Ihre Zuckerwerte sind in Ordnung." Diesen Satz habe ich jahrelang gehört — während mein Körper längst gegen eine Insulinresistenz ankämpfte und meine Leber verfettete. Wie das sein kann? Ganz einfach: Der normale Nüchternblutzucker ist der letzte Wert, der kippt. Der erste ist das Insulin. Und genau das misst kaum jemand.
Was der HOMA-Index misst
Der HOMA-Index kombiniert zwei nüchtern gemessene Werte — Blutzucker und Insulin — zu einer einzigen Zahl. Die Logik dahinter: Wenn dein Blutzucker normal ist, dein Körper dafür aber ungewöhnlich viel Insulin braucht, arbeitet dein Stoffwechsel bereits gegen Widerstand. Der Blutzucker sieht gesund aus — aber nur, weil die Bauchspeicheldrüse im Dauereinsatz ist.
Warum er so selten gemessen wird
Der Nüchterninsulin-Wert gehört nicht zum Standard-Blutbild und ist bei gesetzlich Versicherten oft eine Selbstzahlerleistung — meist zwischen 15 und 30 Euro. Das ist ärgerlich, aber ehrlich gesagt: Es war das beste Geld, das ich je in meine Gesundheit investiert habe. Ohne diesen Wert hätte ich weitere Jahre gehört, dass „alles in Ordnung" sei.
So fragst du danach
Ein Satz reicht: „Ich möchte gern meinen Nüchterninsulin-Wert bestimmen lassen und den HOMA-Index berechnen — ich möchte eine Insulinresistenz ausschließen." Wichtig: Du musst wirklich nüchtern sein, mindestens 8 Stunden nichts gegessen. Wenn du eine Fettleber hast und dein Arzt abwinkt: Bleib freundlich hartnäckig. Fast jede Fettleber hat eine Insulinresistenz im Hintergrund — und die kann man nur behandeln, wenn man sie kennt.